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Christkönigskirche Buechen-Staad

Mutige und zukunftsgläubige Kirchbürgerinnen und Kirchbürger entscheiden sich vor gut 50 Jahren zum Bau einer neuen Kirche auf dem Wartbüchel. Die Christkönigskirche wird auf einer Anhöhe gebaut, wo dem Namen entsprechend einmal eine ‚Warte’, ein Wehrturm gestanden haben soll. Sie wird am 24. März 1968 feierlich eingeweiht. Die alte Kirche an der Thalerstrasse (nahe der Autobahn) wird abgebrochen. Das Gnadenbild der Schmerzhaften Gottesmutter, welches über 500 Jahre verehrt wurde, findet in der Grotte der neuen Kirche einen würdigen Platz.

Die Architektur der Kirche erinnert wieder an eine Burg, auf festem Fels erbaut. Errichtet gegen die Seeseite hin, wo oft heftige Stürme auftreffen, mit abwehrenden Mauerrundungen und angedeuteten Zinnen, Zeichen des Schutzes und der Sicherheit. Auf der gegenüberliegenden Seite hingegen wölben sich die Mauern gegen innen, Zeichen der Offenheit und der Geborgenheit. Von oben betrachtet gleicht der Bau einer Königskrone. Christus der König möge unser aller Beschützer und Freund sein.

Nach umfassender Renovation wird zu Ostern 2018 die Kirche wieder eröffnet und gleichzeitig das 50jährige Bestehen gefeiert. An diesem 1. April werden so zu sagen drei Feste gefeiert: Auferstehung Christi, 50 Jahre Christkönigskirche und Neueröffnung nach der grossen Renovation. Zu diesem Anlass hat sich der Kirchenchor Cantamus etwas Besonderes einfallen lassen.

Missa Resurrexit
Die musikalische Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Professor für tiefe Streichinstrumente, Francisco Obieta, führt zur Idee, eine Messkomposition für Ostern 2018 in Auftrag zu geben.
Obieta lässt sich für seine Komposition von folgenden Grundgedanken leiten: „Die Auferstehung ist für uns Christen eine zentrale Botschaft. Sie setzt aber den Tod, das Sterben als unumstösslichen Schritt voraus. Christus durchwandert drei Tage die Unterwelt, das Reich der Toten. Er nimmt alle menschlichen Leiden auf sich und erfährt die Höllenqualen des Psychoterrors. Mit der glorreichen Auferstehung setzt er ein klares Zeichen für alle Menschen. Dies sind Motivationskerne meiner Komposition, genauso wie die Bewunderung des Glaubens. Der Glaube sitzt tief in der Natur des Menschen und beflügelt auch die sakrale Kunst, die mehr aus dem Emotionalen als aus dem Intellektuellen entspringt.“
Vom Auftraggeber kam der Wunsch, für dieses Werk mehrere Sprachen zu benutzen. Es sollen Sprachen mit Symbolcharakter sein: Aramäisch, die Sprache Jesu; Hebräisch und Altgriechisch, die Sprachen der Bibel; Lateinisch, die Sprache der katholischen Kirche; Deutsch, unsere Muttersprache.
So beginnt die Missa Resurrexit mit einem Präludium, in dem der Chor das „Resurrexit“ ankündigt und der Priester mit „Christos Anesti – Christus ist auferstanden“ antwortet und damit die Eucharistiefeier eröffnet.
Mit dieser Sprachenvielfalt entsteht ein weiteres Spannungsfeld, in dem gewissermassen die Pfingstbotschaft – sie reden in verschiedenen Sprachen und alle verstehen sie einander – in der Auferstehung angekündigt wird. Besonders hervorgehoben wird dieses sprachliche Element im Credo, durch den Einbau des Tetragrammaton: JHWH oder YHWH. Es steht für Yod He Wod He oder auch für Jahwe oder Jehova, der offenbarte Name aller Namen, der Code der Schöpfung. Auch der Friedensgruss beim Agnus Dei wird zur umfassenden Botschaft: Dona nobis pacem –Gib uns Frieden; Ose shalom – Der Frieden schafft; Nasi shalom – Der Friedensfürst/prinz; Yahweh shalom – Gott des Friedens.
Besonders ist auch die orchestrale Besetzung dieser Ostermesse: vierstimmiger Chor, Violine I und II, Viola, Violoncello, Kontrabass (Streichquintett), Horn I und II, Harfe, Schlagwerk (Glockenspiel, Röhrenglocken, Rainstick, Marimba, Drum, Gong) und Orgel.

Der Komponist Francisco Obieta
„Der Tango ist die Musik meines Herzens.“ Francisco Obieta stammt aus Buenos Aires, geboren in eine Familie von unterschiedlicher europäischer Herkunft, mit starker Bindung an die Künste, insbesondere an die Musik. Heute lebt der Musiker in Au, im schweizerischen Rheintal.
Die Basis zu seiner künstlerischen Laufbahn wurde in Buenos Aires gelegt, wo er in den Fächern Kontrabass, Violoncello und Viola da Gamba ausgebildet wurde. Später folgten in Europa Komposition und Orchesterdirektion.
Während rund 30 Jahren trat Obieta hauptsächlich als Interpret und Solist auf dem Kontrabass auf. Seit 1991 besitzt er eine Professur für Kontrabass, Kammermusik und Komposition am Vorarlberger Landeskonservatorium. Als Leiter des Orchesters der Universität St.Gallen bereist er erfolgreich ganz Europa mit einem breiten Repertoir – darunter auch viele Eigenkompositionen. Francisco Obieta verwendet immer mehr Zeit fürs Komponieren. So erfolgten in diesem Jahrhundert diverse Uraufführungen und Produktionen von Opern, Orchesterwerken, Oratorien, Messen, Konzerten für verschiedene Instrumente sowie Kammermusikwerken. An Ostern 2018 wird in Buechen-Staad sein neuestes Werk, die „Missa Resurrexit“, uraufgeführt.

Kompositionen von Francisco Obieta (Auswahl)
“Die Schwarze Spinne”(2005) Musik für Gotthelfs Werk, Kontrabass & electronics. 85’
“Feldkircher Concert Nr 1” (2008) für Violine, Bass,Viola da Gamba & Cembalo. 22’
“Two Christmas Songs” (2011) für Sopran & Klavier. 13’
“Kremser Requiem” (2010), für Soloists, Choir, Organ & Orchestra. 80’, über Texte von Ivo Ledergerber (St. Galler Dom, und Konservatorium Feldkirch)
“Viva Vivaldi” (2011) Music Theater Stück für Schülerorchester & Performer. 48’
„Missa Urbana XXI“ (2012) für Solisten, Chor und Orchester (St. Gallen) 58′
“Jan Hus” 2015 Oratorium für Solisten, Chor, Orchester
“Steiner Requiem” 2016 Oratorium für Solisten, Chor und Orchester
“Missa Resurrexit“ 2018 für Chor SATB, Streicher, Horn Harfe, Schlagwerk und Orgel

Kirchenchor Cantamus
In Altenrhein wird 1929 ein katholischer Kirchenchor gegründet.  Etwas früher entsteht der Cäcilienverein Buechen-Staad. In den ersten Statuten ist zu lesen, dass sich jedes Mitglied verpflichtet: „… alle Sonn- und Feiertage beim Gottesdienst (Amt und Vesper) auf dem Chore und bei Prozessionen mitzuwirken, rechtzeitig zu erscheinen und sich dabei anständig zu betragen“.
Anfänglich entwickeln sich beide Chöre erfreulich, bis in den 60ger Jahren eine Stagnation die Bestände an Sängerinnen und Sängern schrumpfen lässt. 1975 schliessen sie sich zusammen zu „Vereinigte Kirchenchöre Altenrhein und Buechen-Staad“ und gestalten die Zukunft gemeinsam. In beiden Pfarreien wird jährlich noch an sechs  Sonntagen gesungen. Der finanzielle Aufwand für Notenmaterial und Chorleitung wird von den Kirchgemeinden hälftig übernommen.
Kompetente Chorleitungen bringen neuen Schwung und musikalischen Aufwärtstrend. Unter Wolfgang Schwendinger werden zusätzlich zu den kirchlichen Verpflichtungen erstmals Konzerte veranstaltet. Mit der ungarischen Pianistin Ildiko Jakober wagt sich der nun umbenannte Kirchenchor Cantamus an Werke wie „Böhmische Hirtenmesse“ von Jakub Jan Ryba, die „D-Dur Messe“ von Antonín Dvořák oder die „Credo-Messe“ von W. A. Mozart. Seit 2013 leitet der österreichische Konzertsänger Thomas Fellner den Chor. Mit ihm wird Cantamus herausgefordert zu musikalischer Vielfalt. Bei kirchlichen Einsätzen, jährlichen Konzerten und auf Reisen werden Werke von der Gregorianik, über Barock, Klassik, Romantik bis zur Moderne aufgeführt. Höhepunkte waren dabei das Bach-Konzert mit Kantaten zu Christi Himmelfahrt, die Missa Brevis von Palestrina, die Missa Quadragesimae von Petr Eben, Lieder und Motetten von Mendelssohn Bartholdy aber auch afrikanische Lieder und Gospelsongs.
Und nun wagt sich Thomas Fellner mit seinem Cantamus-Chor an die Uraufführung von Francisco Obietas „Missa Resurrexit“. Sie haben den Auftrag für diese Komposition erteilt; sie haben die Mehrsprachigkeit gewünscht; sie wollen Ostern 2018 zu einem besonderen Auferstehungsfest gestalten.

Der Chorleiter
Thomas Fellner wurde in Amstetten – Niederösterreich – geboren. Er studierte Gesang, Dirigieren und Querflöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Gesangsstudien führten ihn zu Prof. Kurt Widmer (Basel) und Prof. Wolfgang Holzmair (Salzburg). Einen besonderen Schwerpunkt legt der Sänger in die Atem-, Stimm- und Bewegungspädagogik. Er beschäftigt sich in seinem Bregenzer Gesangsatelier mit Konzentrationsmöglichkeiten und Bewusstseinsarbeit: Singen ist ein wunderbares Lebenselixier, das die körperliche und seelische Gesundheit stärken kann.
Fellner tritt in verschiedenen Opernproduktionen auf, singt die Kreuzstabkantate von J.S. Bach und arbeitet oft mit Hans Eberhard, verstorbener Domkapellmeister St.Gallen, zusammen. Seine Baritonstimme ist bei Messen und Oratorien in Vorarlberg und der Schweiz zu hören. Liederabendeführen ihn von Vorarlberg nach Tirol, Niederösterreich, Deutschland.
2013 übernimmt Thomas Fellner den Kirchenchor Cantamus. Nach zwei prägenden Chorleitungen aus Vorarlberg eigentlich eine logische Folge: Cantamus holt die Künstler von drüben; sie leisten hier erfolgreiche Arbeit. Singen ist für Fellner Beruf und Leidenschaft zugleich. Seine musikalische Vielseitigkeit überträgt er auf den Chor und auf das chorische Singen: „Beim gemeinsamen Singen von Liedern aus allen Weltkulturen in verschiedensten Sprachen entsteht eine tiefe Verbundenheit in der Gruppe und zu anderen Kulturen.“

Zusammenstellung der Textunterlagen

Richi Bischof, Ehrenpräsident Cantamus-Chor
35 Jahre Chormitglied, davon 18 Jahre als Präsident

Pensionierter Oberstufenlehrer (2 Jahre in Amden, 37 Jahre in Rorschach)
4 Jahr Co-Leiter der Intensivweiterbildung für Lehrkräfte EDK Ost

Hobbies:
Segeln, 7 Jahre Mitglied im A-Kader der olymp. Tornado-Klasse, Singen, Mitglied verschiedener Chöre, Tenor-Solist, Schreiben, Presseberichte und Dorfchronist